neue Impulse Raum für Neues

Warum Platz schaffen befreit

Nachdem ich in einem vorherigen Beitrag Frühjahrsputz für die Seele das innerliche Aufräumen und Platz für Neues schaffen thematisiert habe, soll es hier um die Ordnung und das Platz schaffen im Außen gehen und auch darum wie eng beides miteinander verbunden ist.

Die Entrümpelungsprinzipien, ob es um emotionales oder um physisches Ausmisten geht, sind ja ähnlich. Alte Denkmuster, eingefahrene Verhaltensweisen, Personen oder Gegenstände all dies kann uns belasten und hindern uns frei zu entfalten und auf Neues zu fokussieren.

Dabei ist eigentlich klar, Vorhaben, die wir lange vor uns herschieben, können auf Dauer Stress und Unzufriedenheit erzeugen. Indem wir uns dem Unangenehmen stellen, sorgen wir für ein besseres Wohlbefinden und ebnen den Weg für Neues.

Lassen wir uns von der Energie des Frühjahrs beflügeln und gehen es an!

Ich habe hierzu meine liebe Kollegin die Ordnung-Spezialistin und KonMari-Beraterin Madame Tidy Béa Bänziger gebeten ihre Sichtweise, Erfahrungen und Tipps mit uns zu teilen.

Monika: Béa, möchtest du zunächst dich und die KonMari-Methode vorstellen?

Béa: Ich bin Béa Bänziger und bin seit Sommer 2018 Zertifizierte KonMari™ Consultant. Ich habe ein Jahr zuvor Marie Kondo mit ihrem Buch „Magic Cleaning“ entdeckt und wusste sofort, dass diese Methode etwas ist, was ich ausprobieren möchte. Ich räumte meine gesamten Sachen mit einer großen Leidenschaft auf, da ich schon zu Beginn merkte, dass mir dieses Loslassen einerseits und die wertschätzende Zuwendung den Dingen gegenüber, die mir Freude bereiten andererseits, so gut tun. Daher entschloss ich mich, zu einem der Seminare von Marie Kondo nach New York zu gehen und mich als Consultant ausbilden zu lassen. Ich war mir sicher, dass auch andere Menschen von der Methode profitieren können und deshalb möchte ich diejenigen unterstützen, die dies gerne wollen, aber sich nicht alleine daran wagen.

Die KonMari-Methode ist eine etwas andere Aufräum-Methode. Was ich daran besonders schätze, ist, dass wir uns zuallererst FÜR die Dinge entscheiden, die uns Erfüllung bringen, die uns nützlich sind. Traditionell geht es beim Aufräumen sonst oft darum, was ich wegwerfen will. Dieser Fokus darauf, was ich behalten möchte wird sich nach dem Aufräumen auch auf andere Lebensbereiche erweitern.

Ein weiterer Punkt ist die Dankbarkeit. Wenn man zum ersten Mal hört, dass man sich bei seinen Gegenständen bedanken soll, mag das für westliche Menschen vielleicht etwas befremdlich klingen. Aber es zeigt im Grunde auch nochmals die Wertschätzung den Dingen gegenüber. Damit kann man auch einen bewussteren Konsum in sein Leben bringen.

Es geht also um nichts weniger als darum, seine Einstellung zu den Dingen, und damit seine Sicht auf die Welt zu verändern.

Monika: Wie kann Platz schaffen gelingen?

Béa: Im ersten Schritt durch respektvolles Loslassen.
Ein wichtiger Aspekt, um besser loslassen zu können, war und ist für mich, meine Dankbarkeit anzuerkennen. Meine Gegenstände haben mir alle etwas zu sagen und ich lerne mich besser kennen durch die Beschäftigung mit ihnen. Gerade bei denen, welche ich nicht mehr mag oder die mir nicht mehr dienlich sind, kann ich mich fragen: Was lehrt mich dieser Gegenstand? So kann ich mich zum Beispiel bei meinem Mantel bedanken, weil er mir zeigt, dass ich nicht impulsive Käufe tätigen sollte und dass mir diese grüne Farbe nicht steht. Ich kann mich aber auch einfach dafür bedanken, dass mich ein Gegenstand lange begleitet hat und er mir immer Freude bereitet hat. Auf diese Weise kann ich viel besser akzeptieren, dass sich der Zweck dieses Gegenstandes erfüllt hat.

Monika: Warum fällt uns Veränderung so schwer?

Béa: Wir Menschen mögen im Allgemeinen unsere Komfortzone wahnsinnig gerne. Bekanntes Terrain, Sicherheit. Wir fühlen uns oft sogar angenehmer in einer Situation, die wir nicht mehr mögen, wenn wir dafür nichts tun müssen, als das Wagnis, etwas Neues anzugehen. Aber leider können wir nur wachsen, wenn wir Veränderung zulassen! Wenn wir aber wissen, dass diese Angst vor dem Unbekannten normal ist und dass zudem ein Wachstum immer positiv für uns ist, können wir uns schon eher auf den ersten Schritt einlassen.

Monika: Warum ist aus deiner Sicht gerade jetzt eine gute Zeit anzufangen?

Béa: Der Frühling hat einfach diese Magie des Neubeginns! Wir Menschen sind ja auch ein Produkt der Natur und wie die Natur, die wieder neu erwacht, haben wir nach einer eher ruhigeren Zeit im dunklen Winter auch mehr Energie, etwas Neues anzufangen. Es ist wieder länger hell, es wird wärmer, diese Energie beflügelt uns. Viele machen ja auch einen Frühlingsputz und merken vielleicht bei der Gelegenheit, dass es sich schwierig putzen lässt, wenn wir zu viele Gegenstände haben.

Monika: Wieso lohnt es sich? Wo siehst du den ganzheitlichen Zusammenhang?

Béa: Genau wie beim Frühlingsputz, bei dem wir unsere Wohnung reinigen oder bei einem körperlichen Detox, bei dem wir uns selbst eine Entgiftung gönnen, kann das Aufräumen auch einen reinigenden Charakter auf unser Zuhause haben. Und diese Reinigung überträgt sich zudem noch auf uns als Mensch: wir lassen Ballast los, ganz bildlich, indem wir beispielsweise unsere Säcke mit Büchern bei einer Bibliothek abgeben. Dazu kommt aber auch eine mentale und emotionale Entlastung. Wenn ich mit dem Loslassen einer Reihe von Diät-Büchern auch endlich loslassen kann von der Vorstellung, dass ich abnehmen muss, weil ich nicht gut genug bin, dann kann das physischen und mentalen Platz schaffen. Und diesen Platz kann ich mit etwas Neuem füllen, dass mir Freude macht!

Das Schöne am Loslassen ist, dass es auf mehrere Seiten funktioniert: indem ich physisch loslasse (also Gegenstände verabschiede), kann ich innerlich loslassen und indem ich körperlich loslasse (also faste bzw Detox mache), kann ich mental und emotional Ballast abwerfen.

Vielen Dank Béa, dass du deine Methode und Sichtweise mit uns geteilt hast!

Wenn es uns also gelingt eine gewisse Achtsamkeit für uns als Person und unsre Umgebung und Räume zu entwickeln, wenn wir die Entrümplung als eine Art Ritual gestalten und bewusst entscheiden was gehen und was bleiben darf, kann uns das Flügel verleihen!

Wenn du noch tiefer in das Thema einsteigen möchtest, findest du weitere Informationen bei https://www.madame-tidy.com/

Alles Liebe

Monika

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